Aus dem Tagebuch eines Drachentöters: Darkly Venus Aversa Teil 2 – Fedra. Oder: Die strahlende Dunkelheit (inkl. Rezension)

Willkommen beim zweiten Teil meiner Reihe über All-Female-Bands des Extreme Metal. Heute widme ich mich der Black Metal-Band Fedra (griechisch: die Strahlende), einer kolumbianischen Formation, die auf Grund der geringen Präsenz von Bands (bekannt wären z.B. Inquisition) aus diesem Land im deutschen Fokus doppelt interessant ist.

Gegründet wurde Fedra im Jahr 2006 in der kolumbianischen Stadt Bogotá und ist auch bis heute aktiv. Sie gelten als eine, wenn nicht die erste südamerikanische All-Female-Black Metal-Band überhaupt (Quelle). Das Vierer-Gespann gespannt besteht aktuell aus Carolina Araque (Dark Succubbi, Lead-Vocals), Janis Gutierrezv (Janis, Gitarre), ??? (Necromantia, Gitarre) und Catherine Correa (Yathur-ea, Schlagzeug). Nach den beiden in Eigenregie veröffentlichen Demos „The Queen Of Darkness 1“ (2008) und „The Queen Of Darkness 2“ (2011) erschien letztes Jahr das full-length Album „The Gates of Hell“ auf dem kolumbianischen Label Viuda Negra Music. Rezensionen waren leider keine zu finden, weshalb mir deshalb die Ehre gebührt, wohl eine der ersten überhaupt über dieses Album zu schreiben.

Neben den Veröffentlichungen ist Fedra eine sehr aktive Live-Combo. Diese Aktivitäten führt sie durch den südamerikanischen Kontinent auf Konzerte und Festivals. Nach meinen Erkenntnissen steht eine Europa-Premiere der Band allerdings noch aus.

Kommen wir zur Rezension des Albums. „The Gates Of Hell“ bringt es bei einer Gesamtlänge 41:29 Minuten auf 13 Titel, darunter ein instrumentales Intro. Das Cover-Artwork zeigt eine Baphomet ähnliche ziegenköpfige Gestalt, die auf einem Knochenthron umgeben von geschundenen und zum Teil gepfählten Leichen sitzt

Tracklist:

  1. Intro (Instrumental)
  2. Engraved on a Tombstone My Name
  3. Fuerza Sombria
  4. Fedra
  5. La Muerte
  6. Eternal Blasphemy
  7. La Ley del Infierno
  8. Crow
  9. Hija de la Noche
  10. Voodoo Magic
  11. Oda al Mal
  12. The Next to Die
  13. Recuerdo Oscuro

Das Intro kommt noch ruhig daher, Gitarrenspiel und hintergründiges Stöhnen und Krächzen, aber wehe, wenn sie losgelassen! Kaum beginnt der erste Song, bricht die Band mit voller Gewalt über einen herein. Treibendes Drumming, schnelles Gitarrenspiel, aber was hier markant heraussticht, ist der „Gesang“! Was Carolina Araque und die inzwischen ausgestiegene Ana María Briñez zum Besten geben, ist pure Boshaftigkeit in Stimmenform. Araque krächzt und keift in einer Art, als sei sie von Dämonen besessen, definitiv ein Herausstellungsmerkmal der Band. Diese Infernalität wird von Briñez mit tiefen Growls untermalt, was eine Mischung ergibt, die zumindest mir wohlige Schauer über den Rücken treibt. So ballern sich die Vier brachial, aber sauber gespielt und mit schönen Gitarrenparts, durch die ersten drei Songs, ohne das die Intensität abnimmt. Erst „La Muerte“ nimmt etwas Geschwindigkeit heraus, wirkt aber nicht minder drückend. Hier ist sogar Platz für einen atmosphärisch ruhigen Part, in dem Araque, von ruhiger Gitarre untermalt, fast flüstert, viel mehr Unheils verheißend zischt. Das bisherige Highlight der Platte. Danach zieht das Tempo wieder merklich an, wobei im Hochgeschwindigkeitsbereich die Gitarre etwas bemüht schein, mit dem Tempo mitzuhalten. Das Gitarrensolo in „La Ley del Infierno“ beweist aber die Spielfähigkeit von Janis Gutierrezv. Besonders das Ende dieses Songs finde ich melodisch sehr gelungen. Und weiter geht es mit rasanter Geschwindigkeit. Ab „Voodoo Magic“ setzt etwas „Ermüdung“ ein. Die allesamt eher schnell gespielten Songs „Crow“, „Hija de la Noche“ und „Voodoo Magic“ klingen etwas gleichförmig, wenn auch handwerklich gut gemacht. „Oda al Mal“ wartet mit einem schönen Beginn und einer interessanten Gitarrenlinie auf. Auch die instrumentalen Parts „The Next to Die“ warten mit guten Melodien auf. Und dann der letzte Song, Recuerdo Oscuro. Da ist sie wieder, die Gänsehaut, im Intro des Songs, der eher im Midtempo bleibt, dafür oder deswegen schön düster daher kommt. Im hinteren Teil nimmt er nochmal etwas Fahrt auf, bleibt aber schön melodisch, da der Gitarre mehr Raum zur eigenen Entfaltung bleibt. Und Ende.

„The Gates Of Hell“ ist ein gutes Album, nicht Weltklasse, nicht herausragend innovativ, aber es macht Laune. Manchmal wünsche ich mir etwas mehr Raum für die Gitarre, mehr Melodien auszuformen, aber das ist wohl nicht gewünscht. Klares Highlight der Platte ist und bleibt „La Muerte“, vielleicht auch, weil es nicht so schnell ist. Die Musik von Fedra lebt klar vom dem bösen Gekeife der Frontfrau Araque, dass wirklich besonders ist. Mensch merkt der Band ihre Erfahrung an, handwerklich bleibt wenig auszusetzen, auch die Produktion ist gut. Zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich kein Spanisch verstehe und daher keine Ahnung habe, wovon die Texte handeln. Die Themen umfassen nach Angaben der Band gotteslästerliche Ideale, Dunkelheit, das Böse, Okkultismus, Tod und die körperlichen Freuden. In jedem Falle ist ein Reinhören in die Platte, alleine des Gesangs wegen zu empfehlen.

Bis zum nächsten Mal!

Weidmenschsheil!

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