Aus dem Tagebuch eines Drachentöters: Darkly Venus Aversa Teil 12 – Conquer Divide. Oder: Geteilt kämpfen, gemeinsam siegen.

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Und weil die USA so „schön“ und Monokultur so unschön ist, heute gleich nochmal eine neue Musikrichtung, die ein Novum in dieser Reihe darstellt: Metalcore. Dieser Eintrag beschäftigt sich mit der All-Female-Formation Conquer Divide.

Conquer Divide haben sich zwar 2012 in den USA gegründet, ihre Mitglieder stammen jedoch auch aus Großbritannien und Serbien. Aktuell besteht die Band aus den sechs Musikerinnen Kiarely Castillo (Gesang), Janel Duarte (Shouting), Kristen Woutersz (Gitarre), Isabel Johnson (Gitarre), Ashley Colby (Bass) und Tamara Tadic (Schlagzeug). Doch trotz ihres erst kurzen Bestehens, machte die Band im Internet bereits einiges von sich reden. Bereits zwei Jahre nach der Gründung unterschieben sie einen Vertrag beim kalifornischen Label Artery Records das sich auf Bands in der Schnittmenge zwischen Hardcore und Death Metal spezialisiert hat (U.a. AttilaChelsea GrinI Declare War,…) und veröffentlichten ihre erste Single „At War“. Im Juni 2015 wurde eine weitere Single veröffentlicht („Sink Your Teeth Into This“), auf der ebenfalls der Sänger der recht bekannten Metalcore-Band Asking Alexandria zu hören ist. Nur einen Monat später erschien das selbstbetitelte Debütalbum, welches in Zusammenarbeit mit dem bekannten Produzenten Joey Sturgis (U.a. Asking Alexandira, I See Stars, We Came As Romans,…) produziert wurde. Das Album wurde weitestgehend gut aufgenommen und der Band einiges an Potenzial bescheinigt (Sputnik MusicNew Noise MagazineNew Transcendence). Auch live sind die Musikerinnen durchaus aktiv und waren grade erst bis Anfang diesen Monats auf US-Tournee mit den Bands Outline In ColorMyka RelocateCapture The Crown und Slaves.

„Conquer Divide“ umfasst bei einer Gesamtspiellänge von 44:22 zehn Tracks, wovon der längste („Broken“) über sieben Minuten lang ist. Bei Itunes erhielt es eine Bewertung von 4.5 Sternen aus 47 Bewertungen. Das Album ist vollständig bei Spotify hörbar, wo ich es auch für meine Rezension verwende.

Track List:

01. Sink Your Teeth Into This
02. Self Destruct
03. Eyes Wide Shut
04. Nightmares
05. Lost
06. What’s Left Inside
07. At War
08. Despicable You
09. Heavy Lies The Crown
10. Broken

Ohne Intro geht es los und wenn der erste Song „Sink Your Teeth Into This“ bereits eine Single-Auskopplung war, darf mensch einiges erwarten. Und tatsächlich! Leise beginnend, immer lauter anschwellend legen Gitarren und Schlagzeug gut vor, dann setzen die Shouts ein. Und dann der Klargesang, ein schöner Kontrast und auch von der gesanglichen Qualität überzeugend. Der Song ist im mittleren Tempo gehalten und sehr abwechslungsreich und kraftvoll. Verständlich, dass dieser als Single ausgekoppelt wurde. Es folgt „Self Destruct“der mit einem sehr schönen melodischen Gitarrenpart beginnt, bis der Gesang einsetzt, dann geht es recht brachial aber melodisch zugange, wobei Shouts und Gesang wieder wechseln. Fast ruhig beginnt „Eyes Wide Shut“, auch weil hier zuerst der klare Gesang beginnt. Auch die Geschwindigkeit ist hier  etwas langsamer, wobei das Schlagzeug weiter fröhlich vor sich hin ballert. „Nightmares“ wirkt wieder etwas brachialer, wartet jedoch im hinteren Teil meiner wundervollen ruhigen Passage auf, die das Tempo ganz raus nimmt, begleitet von leisen Klavierklängen. Gänsehautmoment! „Lost“ täuscht im Intro kurz Ruhe an und brettert dann los. Allerdings bleibt auch hier wieder dem Klargesang genug Platz zur Entfaltung. Besonders die Gitarrenlinien haben mir in dem Song gefallen, da sie sehr abwechslungsreich waren. „What’s Left Inside“ beginnt wieder ruhig und klar. Diese sanften Momente stehen der Band sehr gut zu Gesicht und davon hat dieser Song viele zu bieten, da der klaren Stimme komplett das Feld überlassen wird. Trotzdem verkommt der Song nicht zu einem weichgespülten Pop-Song, wofür die instrumentale Fraktion zu sorgen weiß. Ein ungewöhnlicher Song auf so einem Album, der von Überzeugung und Mut der Künstlerinnen zeugt. Ruhig scheint es auch „At War“ angehen zu lassen, aber schnell drehen die Musikerinnen auf. Hier überzeugt mich wieder der Gitarrensound der wesentlich rockiger und metallischer klingt, als bei vielen vergleichbaren Bands. Nicht umsonst die zweite Singleauskopplung. „Despicable You“ ist ein weiterer eher aggressiver Song, bei dem die Shouts teilweise schon fast an Rap oder Hiphop erinnern (positiv gesehen). Allerdings klingt er ruhig und getragen aus. „Heavy Lies The Crown“ wartet im Intro mit einer Soundkulisse auf, die in Teilen an gezupfte Geigen erinnern. Faszinierend. Sonst liefert die Band gewohnt schlagkräftig ab, wobei hier die Shouts wesentlich mehr Raum bekommen. Als letztes tönt nun „Broken“ aus den Lautsprechern. Von Beginn an klingt er anders, als die restlichen Lieder der Platte. Hier wird nochmal alles an Können aufgefahren und abwechslungstechnisch die komplette Bandbreite aufgefahren. Auch hier steht der klare Gesang allein für sich. Ein würdiger Abschluss. Doch nach knapp 4 Minuten kommt Stille. Aha. Hidden Track! Und schließlich setzt ein Klavier ein. Eine ruhige Melodie, in die dann noch Streicher einsetzen. Kein Gesang, nur ruhige, melancholische Musik. Und Ende. Was ein Abschluss.

Was für Musik machen Conquer Divide? Metalcore, der eine Spur klassischen Rock in sich trägt , mit guten und präzisen Shouts und einem klar Gesang, der an die guten Zeiten von Avril Lavigne erinnert. Eine grandiose Mischung, zu mal die Band allem den Raum lässt sich zu entwickeln und zu wirken. Wer klassischen Metalcore schätzt und kein Problem mit weiblichem Klargesang hatte, sollte hier definitiv ein Ohr riskieren! Meine Anspieltipps: „Nightmares“ und „What’s Left Inside“.

Optisch kleiden sich die Musikerinnen durchaus des Metalcore-Szene entsprechend ohne es damit zu übertreiben. Sie wirken „normal“ wie jeder andere Mensch auch, machen Fotos miteinander, mit Freunden, auf der Bühne oder draußen. Die Band wirkt rundherum authentisch.

So bleibt mir nur noch, eine Hörempfehlung auszusprechen, auf Repeat zu drücken und drauf zu warten, das der toughe Sechser das nächste Album herausbringt. 

In diesem Sinne:

Weidmenschsheil!

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