Aus dem Tagebuch eines Drachentöters: Ein Zeichen für die Liebe! Oder: Die Bahn macht plural!

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Zu sagen, dass es in der heutigen Gesellschaft leicht ist „anders“ zu sein, wäre eine Lüge. Zu sagen, mensch kann einfach mit dem zusammen sein, den mensch liebt wäre eine noch größere! Immerhin leben wir in einer Zeit, in der Menschen dafür diffamiert werden, dass sie es wagen, sich einfach dicht neben einem homosexuellen Modeschöpfer fotografieren zu lassen. In einer Zeit in der in Deutschland homosexuelle Paare immer noch keine Kinder adoptieren dürfen und nicht einmal ihre Partnerschaft mit der Ehe gleichgestellt wird. Eine Zeit in der die AfD gegen solche Menschen oder einfach gegen die Gleichberechtigung aller mobil macht.

Und in dieser Zeit möchte ich einen Konzern loben, für den ich sonst viel Abneigung übrig habe: Die Deutsche Bahn! Normalerweise regt mensch sich da über vieles auf: Preis, Pünktlichkeit, Service… Die Bahn ist als Unternehmen für unser Land sehr wichtig und trotzdem alles andere als ein Sympathieträger.

Und da kommt die Bahn mit einer Werbung um die Ecke, die mich vollkommen überrascht und das im positiven Sinne. Sicher, damit werden sie nicht zum Sympathieträger der Nation, aber die Beschwerden dürften aus einer anderen Richtung kommen.

Was ist an der Werbung „Der Fan“ so besonders? Zunächst sieht mensch die ganze Zeit eine jungen Mann, offenbar ein Fußballfan und besonders eines einzelnen Spielers. Der Fan leidet mit der Mannschaft und dem Spieler mit und begleitet seinen Verein durch das ganze Land. Natürlich mit der Bahn, immerhin ist es eine Werbung. Dabei muss er immer wieder allerlei Widrigkeiten trotzen (allein im Gegnerblock, allein in einem Bus voller gegnerischer Fans…), aber das nimmt er offenbar gerne auf sich. Gegen Enge wechselt die Perspektive auf den beobachteten Fußballspieler. Auch er ist in der Bahn unterwegs. Als er aussteigt, erwartet ihn der Fan und sie fallen sich in die Arme. Soweit so gut, aber dann die letzte Szene: Die beiden gehen Händchen haltend über den Bahnsteig und es wird klar, warum der Fan so mitgefiebert hat: Weil er mit seinem Partner mitgefiebert hat.

Der Werbespot ist dabei so natürlich und unaufdringlich gehalten, dass er unglaublich sympathisch und authentisch daher kommt. Nicht gewollt, sondern mit einem ehrlichen Anliegen. Hätte mensch das noch steigern sollen? Ein Kuss? Vielleicht, aber das wäre vielleicht auch zu viel gewesen, zu deutlich.  Hätten mensch es steigern können? Ja sicher, mensch hätte das ganze mit einer Fußballerin und ihrer Partnerin drehen können, zwei Fliegen mit einer Klappe.

Aber letztendlich bin ich freudig überrascht, über dieses offene Bekenntnis der Bahn zu unserer pluralistischen Gesellschaft. Auch wenn es PR ist, so ist es doch auch gleichzeitig mehr als das.

In diesem Sinne:

Danke, Deutsche Bahn!

Und Weidmenschsheil!

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